Budō Taijutsu

Das unter der Leitung von Grossmeister Dr.Masaaki Hatsumi (Japan) gelehrte Bujinkan Budō Taijutsu stellt eine Zusammenfassung von neun verschiedenen Kampfkunstsystemen dar, welche auf eine über ca. 900jährige Geschichte zurückblicken können.

Mit dem Ausdruck, "Budō Taijutsu" sind alle Kampfkünste des Bujinkan gemeint, wogegen die früher benutzte Bezeichnung, "Ninpō Taijutsu" sich nur auf die Ninpō Stilrichtungen (Togakure-Ryū, Gyokoshin-Ryū, Kumogakure-Ryū) bezog.

Bujinkan Budō Taijutsu 武神館武道体術 ist eine traditionelle japanische Kampfkunst, die aus den alten Zeiten der Samurai und Ninja stammt. Sie lehrt nicht nur das Taijutsu - die waffenlose Selbstverteidigung - sondern auch den Umgang mit traditionellen, japanischen Waffen, wie zum Beispiel Langstock und Schwert. Neben diesem körperlichem Training stellen die mentalen Übungen einen weiteren Bereich des Traingsinhaltes dar. Körperbeherrschung, Konzentrations- und Atemtraining kultivieren den Geist, ermöglichen einen vielfältigeren Gebrauch des eigenen Körpers und erwirken eine völlige Entspannung.

Bujinkan Budō Taijutsu / Ninjutsu möchte als Lebenskunst verstanden werden. Das Allerwichtigste des Bujinkan-Trainings ist eine positive Lebenseinstellung zu gewinnen. Die erste Regel des Bujinkan lautet: "Unser Ziel ist es, ein gesundes Leben zu leben, ohne der Gesellschaft Schaden zuzufügen, indem wir die gegenseitigen Beziehungen zwischen Mensch und Natur durch die Kampfkünste fördern."

Die Kampfkünste des Bujinkan Budō Taijutsu haben heutzutage einen qualitativen Höhepunkt erreicht. Das Bujinkan Budō Taijutsu basiert auf Ganzkörperbewegungen, welche ohne großartige Muskelkraft- und Anspannung ausgeführt werden. Das wichtigste im Taijutsu ist das Tai Sabaki (ausweichen, bewegen), also die Beinarbeit. Es heißt man braucht keine starken, sondern flexible Beine und das man einen guten Kämpfer an seiner Beinarbeit erkennt. Das Taijutsu ist der wichtigste Trainingsbestandteil des Ninjutsu. Es überwiegt zu fast 80% dem Waffentraining. Die Taijutsu-Techniken werden im fortgeschrittenen Stadium auf die eigens für die Ninja entwickelten Waffen übertragen. Das heißt, wenn man das Taijutsu kennt und gut ausführen kann, kann man auch mit jeder Waffe umgehen, oder jeder Gegenstand in den Händen kann zu einer sehr effektiven Waffe zur Selbstverteidigung werden.

Folgende Teilgebiete werden unterrichtet:

trainingsinhalte

♦ Taihenjutsu 体変術 | Roll- und Fallschule
Das Taihenjutsu ist wohl der wichtigste Bestandteil des Budō Taijutsu. Es beinhaltet Rollen, Fallen, Springen, Ausweichen, Gehen und Klettern. Taihenjutsu kann sowohl Fallschule als auch offensives Handeln sein. Diese Bewegungen des Körpers sind nicht auf irgendeinen Teil beschränkt, sondern etablieren alle Punkte, die es dem Körper erlauben, sich zu bewegen. Es gibt schnelle, langsame und sanfte Bewegungen.

Dakentaijutsu 打拳体術 | Block-, Schlag -und Tritt-Techniken
Dakentaijutsu sind die Schlagtechniken im Taijutsu. Sie beinhalten das Schlagen, Treten und Stoßen mit allen, möglichen Körperwaffen des Menschen, wie z.B. Faust, Kopf, Knie, Finger, Füße und vieles mehr. Das Dakentaijutsu wird unterteilt in Koshijutsu und Koppojutsu Techniken. Das Koshijutsu beinhaltet Techniken, mit denen man die Nerven, Muskeln und Organe des Gegners angreifen kann, wogegen die Koppojutsu Techniken gegen das Skelett des Gegenüber eingesetzt werden können.

Jutaijutsu 柔 体術 | Wurf -und Hebeltechniken
Jutaijutsu Techniken sind Techniken welche das Greifen des Gegners beinhalten. Dazu zählen Kumi- und Kime Waza (Greif- und Festhaltetechniken), Nage Waza (Wurftechniken), Gyaku/Kansetsu Waza (Hebeltechniken), Shime Waza (Würgetechniken), Tai- und Tehodoki Waza (Befreiungstechniken) und mehr.

Koppo Jutsu 骨法術 | Techniken von Schlägen gegen Knochen
Koppojutsu wird übersetzt, als die Kunst des "Knochenbrechens" oder Angriffe auf die Knochen und das Skelett.

Kosshi Jutsu 骨指術 | Techniken von Schlägen gegen Muskeln und Nervenpunkte
Kosshijutsu ist die Kunst, die feindlichen Organe und das Nervensystem, einschließlich der Muskeln und der Haut, anzugreifen.


Im Vordergrund des Trainings steht das Taijutsu (Integrated Mind and Body Movement), das waffenlose Kampftechniken wie Schläge, Tritte, Hebel, Würfe, Befreiungstechniken, Falltechniken und vieles mehr enthält. Es deckt alle Bereiche des waffenlosen Kampfes ab und basiert auf natürlichen Ganzkörperbewegungen. Über die Vermittlung von Verteidigungstechniken wird eine positive geistig wie seelische Entwicklung des Ausübenden angestrebt, aber auch der Verteidigung des Körpers auf einem medizinischen Niveau. Es bewahrt so vor schlechter Haltung, schlechter Bewegung, emotionalen Attacken und auch gesundheitsschädlichen Einflüssen. Das Hauptziel ist es, aus jedem wieder einen Tatsujin, einen völlig natürlichen Menschen zu machen.Von Beginn an werden Waffen in das Training mit eingebaut. Das Training der Anfänger konzentriert sich dabei jedoch auf das Erlernen von Ausweich- und Verteidigungstechniken bei Waffenangriffen, um Schritt für Schritt die Angst vor den einzelnen Waffen zu verlieren und gleichzeitig ein Gefühl für den Umgang mit Waffen zu entwickeln. Nach der Schulung des Taijutsu wird das Studium mit traditionellen japanischen Waffen (Bujutsu) erweitert.


Buki Waza 武器技 / Bujutsu |
Waffentechniken
Buki Waza konzentriert sich auf die Konzepte des unbewaffneten Kampfes (Taijutsu) und die Anwendung der traditionellen japanischen Kampfwaffen. Der Schüler lernt hierbei, drei verschiedene Distanzen (Sanshin) des bewaffneten Kampfes. Diese sind: kurze Distanz -Tanto, Jutte, Kunai, Kodachi, in der mittleren Distanz - Hanbo, Jō, Bikken und in der großen Distanz - Bō, Yari und Naginata.

Im  Training wird großer Wert auf Tradition auf ein gutes Basisfundament gelegt. Ein Zitat von Soke Masaaki Hatsumi trifft seine Vorstellung genau:

"Das Training der ursprünglichen Technik ist wichtig. Mache keine Henka (Variation, Abwandlung), bevor Du nicht die eigentliche Technik erfasst hast!"

Philosophie und spirituelle Entwicklung
Durch intensives Training im Bujinkan (das Kanji "Bu" bedeutet so viel wie "zwei Schwerter oder den Kampf stoppen", also Frieden) wird eine natürliche Art der Einstellung sich, seinen Mitmenschen und seiner Umwelt gegenüber geschaffen. Durch beständiges Training lernt man sich selbst besser kennen und seine Mitmenschen letzten Endes besser behandeln. Dadurch kann man Freiheit und Lebensglück erleben. Taijutsu basiert auf dem Prinzip "Shin Gi Tai Ichi", Geist (shin), Technik (gi) und Körper (tai) werden dabei eins (ichi). Ein Prinzip, das sich in jeder Lebenssituation anwenden lässt. Laut Dr. Masaaki Hatsumi findet sich Taijutsu in allen Lebensbereichen, ob beim Malen, beim Tanzen, bei der Körperarbeit usw. Daher ist das Erlernen des Taijutsu im Budō eine ausgezeichnete Möglichkeit, seine Bewegungen und Balance in allen Lebensbereichen zu verbessern. Ein Umstand, der sich dann in weiterer Folge auf eure Umwelt ausdehnt.


Einstellung

Ninpō Taijutsu ist eine Kampfkunst, kein Sport! Das Training erfolgt mit einer Einstellung und entsprechenden Rahmenbedingungen, die realen Konfliktsituationen so nah wie möglich kommen. So wie man trainiert, kämpft man auch. Ninpô Taijutsu ist darauf ausgelegt, sich jeder Situation anpassen zu können, um zu überleben. Das Training gestaltet sich entsprechend. Viele Inhalte im Bujinkan Budō Taijutsu / Ninjutsu können nur in angstfreier und lockerer Atmosphäre vermittelt werden. Das trifft vor allem auf das fortgeschrittenen Training zu. Trotzdem legen wir Wert darauf, dass Schüler erfahren wie und warum eine Technik wirkt, und dass sie lernen  können mit Schmerzen umzugehen. Hierfür ist es unerlässlich in manchem Training auch mit einer gewissen Härte zu trainieren, sonst würden wir Gefahr laufen die Kampfkunst zu reinen Bewegungsübungen verkommen zu lassen.

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